Der Innovationsespresso von bewegewas – Issue #2

Testen kostet – nicht zu testen auch!

In den letzten Tagen hallte durch die Presse der nervöse Ruf, dass die Corona Warn App wegen diverser Bugs bei einigen Usern nicht korrekt aktualisieren konnte. Etwas, das man nicht versteht, aber braucht? Und das nicht funktioniert? Panik.
“Eine fehlerfreie Software? Gibt’s sowas?”, fragte mich mein 78-jähriger Dad, der technisch sehr affin ist, aber von den immer schnelleren Update-Zyklen der Bedienoberflächen seines Smartphones verwirrt wird. Stress. Und Unsicherheit.
Ich denke, es gibt keine zu 100 Prozent perfekte, fertige Software. Panta rei, alles fließt, zuweilen unerklärlich und kompliziert, unsere Welt wird immer mehr technisch durchdrungen. Immer selbstverständlicher und gleichzeitig unverständlicher. Für das Booten des Entertainment-Systems meines neuen Volvos habe ich eine fast akrobatische Tastenkombinationsleistung hingelegt. Tadaa. Aber brauche ich so ein Erfolgserlebnis? Ginge das nicht einfacher?
Besser?
Was schnell entwickelt wird, muss dann auch schnell korrigiert werden. Und doch gibt es sie, da draußen und bei uns, die gut getestete Software: Ausführlich durch die Mangel gedreht, mit einer klaren Roadmap für laufende Optimierungen und einem kalkulierbaren Budget. Souveränität.
“Testing” ist das Zauberwort, gerade in Softwareprojekten von Mittelstandsunternehmen noch ein Fremdwort. Der Zeitplan ist durch hohe Fehlerzahlen bedroht und der Kunde lässt sich bei einer Ausschreibung leicht vom billigsten Angebot überzeugen… mit dem Ergebnis, selbst zum Tester und Versuchskaninchen zu werden. Frust pur. (Außer man ist Apple Jünger wie ich, dann zahlt man dafür, dass man testen darf 😉)
Wir sind selbst große Freund von “leanen” Projekten, schlank bei den Parametern Zeit, Geld, Nerven, aber das Ergebnis muss passen. Deshalb, wenn Ihr das nächste Mal ein Angebot von einem Softwareprojekt vorliegen habt, denkt dran: Testen kostet. Nicht zu testen? Erst recht.
In diesem Sinne, viel Spaß
Euer Chris

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